Eine kompakte Drohne, die selbstständig durch Abwasserkanäle fliegt und dabei Inspektionsdaten aufzeichnet: Mit diesem Ziel ist das Forschungsprojekt DIANE gestartet. Am 23. September 2026 stellten die Projektpartner bei den Berliner Wasserbetrieben die Ergebnisse vor. Die Abschlussveranstaltung verband Fachvorträge, eine Live-Demonstration und den Austausch über die nächsten Schritte zur praktischen Anwendung.
Neue Möglichkeiten für die Kanalinspektion
Die Inspektion von Abwassernetzen ist aufwendig. Besonders schwer zugängliche Kanalabschnitte stellen Betreiber vor Herausforderungen. Drohnen können hier neue Möglichkeiten eröffnen und perspektivisch den Aufwand für die Zustandserfassung reduzieren.
DIANE steht für „Drohneneinsatz zur Inspektion von Abwassernetzen“. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung einer miniaturisierten Inspektionsdrohne, die auch kleinere Kanalquerschnitte befliegen kann. Neben der Flugtechnik untersuchte das Projekt die Anforderungen der Betreiber, die Verarbeitung der Inspektionsdaten und Fragen des Explosionsschutzes.
Kompakter Prototyp mit autonomer Navigation
Im Projekt entstand ein Prototyp mit rund 15 Zentimetern Außendurchmesser und weniger als 100 Gramm Abfluggewicht. Kamera, Beleuchtung und Sensorik sind direkt an Bord integriert.
In den Testumgebungen gelangen autonome Flüge einschließlich des Ein- und Ausflugs über einen Schacht. Im Kanalnachbau wurde die Befliegung bis hinunter zu DN 400 demonstriert. Im Übungskanal der Berliner Wasserbetriebe wurde eine Strecke von rund 37 Metern autonom zurückgelegt.
Die Drohne navigiert dabei ohne Satellitensignal. Neben Videoaufnahmen erfasst sie Thermal- und Tiefendaten. Aus den Tiefendaten lässt sich eine dreidimensionale Punktwolke des Kanalinneren erstellen.

Was die Ergebnisse für Betreiber bedeuten
Die Ergebnisse zeigen das Potenzial, künftig auch kleinere und schwer erreichbare Kanalabschnitte mit Drohnen zu untersuchen. Autonome Flugfunktionen können die Bedienung vereinfachen und einen Einstieg von Personal zur Durchführung der Inspektion vermeiden.
Bei der Abschlussveranstaltung ging es deshalb auch um den gesamten Arbeitsablauf: Wie werden Aufnahmen einer Position im Kanal zugeordnet? Wie lassen sich die Daten aufbereiten und in bestehende Inspektions- und Bewertungsprozesse übernehmen? Die Beiträge aus Forschung und Praxis machten deutlich, dass Flugtechnik, Datenqualität und Auswertung gemeinsam betrachtet werden müssen.
Vom Forschungsprototyp zur betrieblichen Anwendung
DIANE hat wichtige technische Grundlagen geschaffen. Für den regelmäßigen Einsatz im Kanalnetz sind weitere Entwicklungsschritte erforderlich.
Die Flugnachweise wurden in trockenen Testumgebungen erbracht. Feuchtigkeit, Verschmutzungen, Teilfüllungen und unregelmäßige Hindernisse müssen noch systematisch untersucht werden. Weitere Aufgaben sind eine höhere Robustheit, eine einfach bedienbare Benutzeroberfläche und eine präzisere Zuordnung der Aufnahmen entlang der Haltung. Der Prototyp besitzt bislang keine ATEX-Zertifizierung.
Damit liefert das Projekt eine Grundlage für die weitere Entwicklung der drohnenbasierten Kanalinspektion.
Einblicke in die Abschlussveranstaltung
Fachvorträge, die Vorführung des Drohnensystems und der persönliche Austausch machten den Entwicklungsstand anschaulich.
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Begrüßung zur DIANE-Abschlussveranstaltung am 23. September 2026.
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Fachvortrag zu den Anforderungen der Kanalinspektion.
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Teilnehmende verfolgen die Vorführung des Drohnensystems.
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Flugdemonstration mit dem DIANE-Prototyp.
Abschlusspräsentationen zum Download
Die Präsentationen bündeln die Projektidee, die technische Entwicklung und die Bewertung aus Betreibersicht. Weitere Beiträge behandeln den Explosionsschutz sowie die Aufbereitung der Inspektionsdaten.
Projektidee und Einführung
UniTechnics Nord KG · PDF · 0.6 MB
Der smarte Kanal: Anforderungen aus Betreibersicht
Berliner Wasserbetriebe · PDF · 1.1 MB
Entwicklung und Ergebnisse des Drohnensystems
Julius-Maximilians-Universität Würzburg · PDF · 0.4 MB
Explosionsschutz und Aufbereitung der Inspektionsdaten
UNIINSPECTOR / UNITECHNICS SÜD · PDF · 1.7 MB
Evaluation der DIANE-Drohne aus Betreibersicht
Berliner Wasserbetriebe · PDF · 0.8 MB
Programm der Abschlussveranstaltung
23. September 2026, Berlin · PDF · 0.2 MB
Gemeinsam entwickelt
Am Forschungsprojekt beteiligt waren UniTechnics Nord KG als Projektkoordinator, die Julius-Maximilians-Universität Würzburg, die Berliner Wasserbetriebe und UNIINSPECTOR beziehungsweise UNITECHNICS SÜD GmbH.
DIANE wurde im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert. Wir danken allen Beteiligten für die Zusammenarbeit und den fachlichen Austausch.
Fragen zum Projekt?
Andreas Obermayer · UniTechnics Nord KG
a.obermayer@unitechnics.de



